Mit dem Duell zwischen den Raiffeisen Flyers und dem BC Vienna startet die Basketball Superliga offiziell in ihre Rückrunde – und selten hätte ein Auftakt brisanter sein können. Die Flyers, die in der bisherigen Hinrunde mit nur zwei Niederlagen zu den konstantesten Teams der Liga zählten, wollen ihren starken ersten Saisonabschnitt bestätigen und vor heimischem Publikum gleich wieder anschreiben. Der Blick auf die Tabelle ist vielversprechend, doch das erklärte Ziel bleibt klar: so schnell wie möglich die Top-6 fixieren, um frühzeitig Planungssicherheit für die entscheidende Phase der Saison zu schaffen.
Dass dieses Unterfangen zum Start der Rückrunde eine echte Herausforderung wird, liegt vor allem am Gegner. Der BC Vienna reist mit breiter Brust an, nachdem die Hauptstädter erst am Samstag einen überzeugenden Cup-Sieg gegen Klosterneuburg einfahren konnten. Diese Vorstellung unterstrich nicht nur die enorme individuelle Qualität im Kader, sondern auch die mannschaftliche Geschlossenheit, die Vienna in dieser Saison immer stärker auszeichnet. Die Formkurve zeigt steil nach oben – und genau das macht die Aufgabe für die Flyers besonders heikel.
Für Coach Sebastian Waser ist klar: Kaum ein Team der Liga verfügt über so viel offensive Variabilität und physische Präsenz wie die Wiener. „Wir müssen uns auf einen völlig anderen Spielstil einstellen als gegen die meisten anderen Gegner“, betont Waser immer wieder. Vienna agiert schnell, aggressiv und diszipliniert – ein Mix, der viele Teams bereits vor enorme Probleme gestellt hat. Entsprechend intensiv bereitet Waser seine Mannschaft darauf vor, defensiv kompakt zu bleiben, die Übergänge konsequent zu kontrollieren und dem Gegner so wenig einfache Punkte wie möglich zu gestatten.
Das Hinspiel in Wien liefert zusätzlichen Gesprächsstoff. Dort gelang den Flyers ein spektakulärer Erfolg – entschieden buchstäblich mit dem Buzzer. Ein Moment, der nicht nur die mentale Stärke der Flyers unterstrich, sondern auch zeigte, wie eng die beiden Teams beieinanderliegen. Dieses dramatische Ende dürfte in beiden Lagern noch präsent sein: Für Vienna ein unglückliches Kapitel, für die Flyers ein emotionaler Höhepunkt der Hinrunde. Dass die Rollen für die Rückrunde neu verteilt sind, macht das kommende Aufeinandertreffen nur noch spannender.
Auch mit Blick auf den Cup ergibt sich eine zusätzliche Dimension. Beide Teams treffen bereits in wenigen Wochen erneut aufeinander – im Halbfinale des Cup-Final-Fours. Der Ausgang der Ligapartie könnte daher nicht nur sportliche, sondern auch psychologische Bedeutung haben. Wer jetzt ein Zeichen setzt, nimmt Momentum mit in die entscheidende Phase der Saison.
Für die Flyers geht es aber zunächst vor allem um eines: die Heimhalle verteidigen. Die Fans sollen erneut zum Faktor werden, der die Mannschaft trägt, wenn es eng wird. Ein guter Start in die Rückrunde wäre ein wichtiges Signal – sowohl nach innen als auch an die direkte Konkurrenz.
Alles ist angerichtet für ein intensives, hochklassiges Duell zweier Top-Teams. Beide wissen. Und genau das verspricht einen Basketballabend, der seiner Rolle als Rückrundenauftakt mehr als gerecht wird.



















