Deutliche Niederlage in Graz für die Raiffeisen Flyers

Die Raiffeisen Flyers Wels mussten am Wochenende beim UBSC Graz eine deutliche 72:100-Niederlage hinnehmen. In einer Partie, die von Beginn an intensiv geführt wurde und mit insgesamt 49 Fouls außergewöhnlich häufig unterbrochen war, fanden die Flyers nach einem vielversprechenden Start letztlich kein Mittel gegen stark aufspielende Grazer.

Dabei begann das Spiel aus Sicht der Welser durchaus positiv. Die Flyers starteten konzentriert, bewegten den Ball gut und kamen zu ordentlichen Abschlüssen. In den Anfangsminuten schien der Matchplan aufzugehen, die Intensität stimmte und man hielt dagegen. Doch dann folgte im ersten Viertel die spielentscheidende Wendung: Graz traf drei Dreipunktewürfe in Folge – ein Turnaround, der es in sich hatte. Innerhalb kürzester Zeit kippte das Momentum komplett zugunsten der Hausherren. Die Treffer von jenseits der 6,75-Meter-Linie brachten nicht nur Punkte, sondern auch Selbstvertrauen für Graz, während die Flyers sichtlich aus dem Rhythmus gerieten.

Erschwerend kamen frühe Foulprobleme hinzu. Mehrere Leistungsträger (von Fintel, Novas-Mateo, Inoa Gil) mussten früh auf die Bank, wodurch der Rotationsplan rasch durcheinandergeriet. Insgesamt 49 Fouls unterbrachen den Spielfluss immer wieder, was besonders den Flyers zusetzte. Sie fanden nie wirklich zu ihrer gewohnten Dynamik, während Graz die vielen Stopps besser nutzte und von der Freiwurflinie zusätzlich punktete.

Ausschlaggebend war letztlich auch die eklatante Differenz in der Wurfquote. Die Flyers erwischten einen rabenschwarzen Tag aus dem Feld und ließen zahlreiche gute Möglichkeiten ungenutzt. Graz hingegen traf hochprozentig und vor allem von außen nahezu nach Belieben. 47 Prozent Dreierquote sprechen eine deutliche Sprache – eine Quote „wie von einem anderen Stern“, wie man im Basketball gerne sagt. Mit einer derartigen Trefferquote wird es für jeden Gegner schwer, ein Spiel offen zu halten, geschweige denn zu gewinnen.

Auch unter den Körben hatte Graz klare Vorteile. Das Reboundduell ging mit 40:26 deutlich an die Steirer. Immer wieder sicherten sich die Gastgeber zweite Chancen oder verhinderten auf der anderen Seite wichtige Offensivrebounds der Flyers. Dieser physische Nachteil machte sich über die gesamte Spielzeit bemerkbar und ließ die Welser nie wirklich zurück ins Spiel finden.

Für Flyers-Headcoach Sebastian Waser stand nach der Partie weniger das Ergebnis als vielmehr die Art und Weise im Fokus. „Das darf uns nicht passieren, dass wir nicht mehr in ein Spiel zurückfinden. Wir müssen uns jetzt schnell sammeln und wieder zu unseren Stärken zurückfinden. Das zeigen, was uns auszeichnet, sonst wird es in den TOP-6 ganz schwer, ein Spiel zu gewinnen!“, analysierte er selbstkritisch. Es gehe nun darum, die richtigen Lehren zu ziehen und mental wie spielerisch die nötige Reaktion zu zeigen.

Auch Starlin Inoa Gil fand klare Worte. Man sei „zu soft“ gewesen, so der Guard nach dem Spiel. Gerade in Phasen, in denen das Spiel zu kippen drohte, habe man nicht mit der nötigen Härte und Konsequenz dagegengehalten.

Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt allerdings nicht. Bereits am 21. Februar wartet das nächste Highlight: Das Spitzenduell gegen die Kapfenberg Bulls steht an. Das aktuell wohl heißeste Team der Liga kommt nach Wels und will Revanche für das verlorene Cupfinale nehmen. Für die Flyers bietet sich damit die Chance, eine deutliche Antwort auf die Niederlage in Graz zu geben – und zu beweisen, dass sie aus diesem Rückschlag die richtigen Schlüsse gezogen haben.

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