Bittere Niederlage in Graz beendet die Serie und die Saison

Die Saison der Raiffeisen Flyers Wels ist auf dramatische und äußerst bittere Weise zu Ende gegangen. Im entscheidenden vierten Spiel der Playoff-Serie mussten sich die Welser auswärts beim UBSC Graz mit 85:87 geschlagen geben und verlieren damit auch die Serie mit 1:3. Eine Niederlage, die besonders schmerzt, weil sie lange Zeit nicht absehbar war.

Vor knapp 100 mitgereisten Welser Fans, präsentierten sich die Flyers über drei Viertel lang als das klar bessere Team. Mit viel Energie, strukturierter Offensive und aggressiver Defense kontrollierten sie das Spielgeschehen nahezu nach Belieben. Die Grazer fanden kaum Antworten auf das variable Angriffsspiel der Welser, während diese ihre Chancen konsequent nutzten. Folgerichtig ging Wels mit einer komfortablen 14-Punkte-Führung in den Schlussabschnitt – eine Ausgangslage, die eigentlich alle Türen zum Ausgleich in der Serie offenließ.

Doch im letzten Viertel sollte sich das Spiel auf dramatische Weise drehen. Gleich nach wenigen Minuten war man bei den Teamfouls mit 5:1 im Hintertreffen. Ab da an begann das Spiel zu kippen. Graz kämpfte sich Punkt für Punkt zurück, während bei den Flyers plötzlich die Leichtigkeit verloren ging. Offensiv wirkte man gehemmt, beinahe so, als hätte sich eine gewisse Angst vor dem Gewinnen eingeschlichen.

Die entscheidenden Kleinigkeiten fielen nun allesamt zugunsten der Gastgeber aus. 50/50-Bälle landeten immer wieder in den Händen der Grazer, Abpraller sprangen unglücklich für Wels, und Würfe, die zuvor noch sicher ihr Ziel gefunden hatten, wollten nun einfach nicht mehr durch den Ring gehen. Die Intensität blieb zwar hoch, doch die Selbstverständlichkeit des Spiels aus den ersten drei Vierteln war verschwunden.

So entwickelte sich eine nervenaufreibende Schlussphase, in der beide Teams um jeden Ballbesitz kämpften. Die Flyers verteidigten in den letzten Sekunden eigentlich stark, zwangen Graz zu einem schwierigen Abschluss – doch erneut zeigte sich das Momentum auf Seiten der Gastgeber. Der Ball sprang, sinnbildlich für das gesamte Schlussviertel, wieder in die Hände eines Grazers. Jordan Wood nutzte diese Gelegenheit eiskalt und versenkte vier Sekunden vor dem Ende einen Dreipunktewurf zum 87:85. Ein Treffer, der nicht nur das Spiel entschied, sondern auch die Saison der Flyers abrupt beendete.

Die Enttäuschung unmittelbar nach dem Schlusspfiff war entsprechend groß. Ein Spiel, das man über weite Strecken kontrolliert hatte, war aus den Händen geglitten. Gerade deshalb wiegt diese Niederlage besonders schwer. Doch so schmerzhaft dieses Ausscheiden auch ist – mit etwas Abstand wird der Blick auf die Saison ein anderer sein.

Denn trotz des frühen Playoff-Aus haben die Flyers wichtige Erfolge gefeiert. Allen voran der Cuptitel im Jänner, der eindrucksvoll zeigte, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Zudem ist es dem Trainerteam rund um Sebastian Waser gelungen, mit Starlin Inoa Gil ein weiteres Eigengewächs zu einem etablierten Bundesligaspieler zu formen. Diese Entwicklung steht exemplarisch für die nachhaltige Ausrichtung des Vereins und ist ein echter Grundpfeiler.

Im Moment überwiegt verständlicherweise der Schmerz über das verpasste Weiterkommen. Doch die gezeigten Leistungen, die Entwicklung junger Spieler und der gewonnene Titel sind klare Zeichen dafür, dass die Flyers auf dem richtigen Weg sind. Eine Saison, die nun ein abruptes Ende gefunden hat – aber dennoch eine, auf die man bald mit Stolz zurückblicken wird.

 

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