Flyers sind Cupsieger 2026 und feiern Finalsieg gegen Kapfenberg

Die Raiffeisen Flyers Wels haben sich in einem denkwürdigen Cupfinale gegen die Kapfenberg Bulls mit 96:89 nach Verlängerung durchgesetzt und damit den zweiten Titel der Vereinsgeschichte gefeiert. Was die Fans in über 2,5 Stunden Spielzeit zu sehen bekamen, war ein Basketball-Krimi, der an Dramatik, Intensität und Emotion kaum zu überbieten war – ein Finale, das seinem Namen mehr als gerecht wurde.

Dabei sah es lange Zeit nicht nach einem Erfolg der Welser aus. Die Flyers erwischten einen schwierigen Start und gerieten gegen aggressiv auftretende Bulls früh unter Druck. Kapfenberg nutzte seine Chancen konsequent, während Wels offensiv zu oft haderte. Zur Halbzeitpause lagen die Flyers bereits mit 14 Punkten im Rückstand – ein Abstand, der in einem Endspiel schwer wiegt. Zudem ließ das Team von Coach Sebastian Waser vor allem von der Freiwurflinie viel liegen: Am Ende sollten nur 25 von 42 Versuchen ihr Ziel finden, eine Quote, die das Spiel unnötig spannend hielt.

Ein emotionaler Moment ereignete sich bereits früh im Spiel: CJ Rollins gab nach seiner Verletzungspause sein Comeback. Der Guard wollte unbedingt Teil dieses Finales sein, musste aber nach nur zwei Minuten unter dem Applaus der Fans wieder vom Feld. Sein Einsatz, so kurz er auch war, stand sinnbildlich für den unbändigen Willen, der die Flyers an diesem Abend auszeichnete.

Dieser Wille wurde nach der Pause zur treibenden Kraft. Angeführt von einem überragenden Marcus Azor, der später verdient zum MVP des Turniers gewählt wurde, kämpften sich die Welser Punkt um Punkt zurück ins Spiel. Die Defensive wurde aggressiver, die Ballbewegung besser, und plötzlich war der Rückstand dahin. Trotz sichtbarer Erschöpfung – nahezu alle Spieler litten im Verlauf des Spiels unter Krämpfen – gaben die Flyers keinen Ball verloren.

In den letzten Sekunden der regulären Spielzeit bot sich Wels gleich dreimal die große Chance, den Cup bereits in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Doch gleich drei Tip-ins wollten nicht durch den Ring fallen – das Spiel ging in die Verlängerung. Dort schien das Pendel erneut auszuschlagen: Die Flyers zogen auf sieben Punkte davon, doch Kapfenberg bewies Moral und glich abermals aus. Erst in den letzten Minuten der Overtime behielten die Welser die Nerven, trafen wichtige Würfe und entschieden das Spiel letztlich verdient für sich.

Nach der Schlusssirene brachen alle Dämme. Kapitän Christian von Fintel brachte das Erlebte auf den Punkt: „Es war ein unfassbarer Kampf, eine Willensleistung. Es zeichnet uns als Mannschaft aus, dass wir nie aufgeben. Ich bin stolz auf die Jungs.“ Mit einem Lächeln ergänzte er: „Es fühlt sich richtig geil an, den Pokal wieder nach Wels geholt zu haben. Das werden wir gebührend feiern.“

Auch für Coach Sebastian Waser hatte dieser Triumph eine besondere Bedeutung. „Ich kenne den Kern dieses Teams seit über zehn Jahren. Es ist ein Wahnsinn, was sie heute geleistet haben und wie sie in schwierigen Situationen zusammengehalten haben“, erklärte der Erfolgstrainer. Für ihn schloss sich mit dem Cupsieg ein Kreis – und für die Flyers Wels wurde eine Nacht geschrieben, die in der Vereinsgeschichte einen ganz besonderen Platz einnehmen wird.

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