Flyers zeigen in Gmunden ihre bisher beste Saisonleistung – und stehen am Ende mit leeren Händen da

Die Raiffeisen Flyers Wels müssen sich im Oberösterreich-Derby bei den Raiffeisen Swans Gmunden denkbar knapp mit 77:79 geschlagen geben. Nach einer überragenden ersten Halbzeit und einem zwischenzeitlichen Vorsprung von 18 Punkten fehlt am Ende die letzte Konsequenz, um den Auswärtssieg ins Ziel zu bringen. Trotz der schmerzhaften Niederlage nimmt die Mannschaft wichtige Erkenntnisse und neues Selbstvertrauen mit.

Vor 1.300 Zuschauern im Raiffeisen Sportpark Gmunden lieferten die Flyers über weite Strecken eine starke Vorstellung ab und zeigten eine deutliche Entwicklung im Vergleich zu den bisherigen Saisonauftritten. Dass es am Ende dennoch nicht zum verdienten Erfolg reichte, macht die Niederlage umso bitterer. Gleichzeitig hat das Derby gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt – und an welchen Details sie weiterarbeiten muss.

Starke erste Halbzeit als klares Ausrufezeichen

Die Flyers erwischten in Gmunden einen hervorragenden Start und spielten vor allem in der ersten Halbzeit ihren bislang besten Basketball der laufenden Saison. Mit viel Energie, konsequentem Auftreten und einer deutlich verbesserten Gesamtleistung gelang es, die Swans vor große Probleme zu stellen. Der Auftritt war ein klares Zeichen dafür, dass die Mannschaft ihre Entwicklung konsequent vorantreibt und auch gegen einen starken Gegner bestehen kann.

Der zwischenzeitliche Vorsprung von 18 Punkten war das Ergebnis einer überzeugenden Leistung, bei der vieles zusammenpasste. Die Flyers agierten selbstbewusst, fanden gute Lösungen und konnten das Spiel über weite Strecken kontrollieren. Besonders erfreulich: Die Mannschaft zeigte, dass sie auch auswärts in einem emotional aufgeladenen Derby ihr Leistungsniveau deutlich steigern kann.

Auch nach der Pause blieb Wels zunächst stabil. Im dritten Viertel gelang es, den Vorsprung zu behaupten und die Gastgeber nicht sofort wieder ins Spiel kommen zu lassen. Damit schien die Grundlage für einen möglichen Auswärtssieg weiterhin gegeben.

Gmunden nutzt die Schwächephase konsequent

Im Schlussviertel änderte sich jedoch das Bild. Die Flyers verloren zunehmend ihre Geschlossenheit und konnten die Intensität der ersten drei Viertel nicht mehr aufrechterhalten. Gmunden erhöhte den Druck, fand zurück in die Partie und nutzte die nachlassende Stabilität der Welser konsequent aus.

Dabei machten sich auch die vielen Foulprobleme und die begrenzten Wechselmöglichkeiten bemerkbar. Die Belastung war im letzten Abschnitt deutlich spürbar. Dennoch muss sich die Mannschaft kritisch mit dieser Phase auseinandersetzen: Einen Vorsprung von 18 Punkten aus der Hand zu geben, ist schmerzhaft und darf nicht einfach mit Müdigkeit erklärt werden.

Gerade in solchen Situationen braucht es als Team Ruhe, klare Entscheidungen und die Bereitschaft, die entscheidenden Aktionen selbst zu setzen. Die Flyers verabsäumten es, in den wichtigen Momenten mit eigenen Big Plays dagegenzuhalten und den Lauf der Gastgeber zu stoppen. Stattdessen wurde Gmunden die Möglichkeit gegeben, immer näher heranzukommen und schließlich das Spiel zu drehen.

Die Entscheidung fiel denkbar knapp. Kapitän Chris von Fintel hatte mit seinem letzten Wurf noch die Chance, den Flyers den Sieg zu sichern. Der Versuch verfehlte sein Ziel nur knapp – und aus einem möglichen Derbyjubel wurde die bittere Erkenntnis, dass eine starke Leistung allein nicht immer ausreicht.

Laput überzeugt – Team nimmt Selbstvertrauen mit

Ein wichtiger Faktor im Welser Spiel war Zach Laput, der mit 19 Punkten, sieben Rebounds und acht Assists eine starke Allround-Leistung zeigte. Seine Zahlen unterstreichen, wie viel Verantwortung er im Spielaufbau und im Abschluss übernahm. Entscheidend bleibt aber die Gesamtleistung der Mannschaft, die über weite Strecken bewiesen hat, dass sie sich Schritt für Schritt weiterentwickelt.

Headcoach Sebastian Waser fand nach der Partie klare Worte – mit Stolz auf seine Mannschaft, aber ohne die verpasste Chance schönzureden.

„Gratulation an Gmunden. Sie haben das in der zweiten Halbzeit sehr gut gemacht, und wir waren aufgrund der vielen Foulprobleme und der zu kurzen Bank wohl auch zu müde, um das Spiel zu unseren Gunsten zu beenden. Ich bin aber sehr stolz auf mein Team, auch wenn wir das nicht schönreden brauchen, einen 18-Punkte-Vorsprung verspielt zu haben“, so Waser.

Auch Massal Diouf blickt trotz der Enttäuschung nach vorne: „Solche Niederlagen sind natürlich schmerzhaft, aber wir haben viel Selbstvertrauen getankt und sind am richtigen Weg.“

Diese Einschätzung trifft den Kern des Abends. Die Niederlage tut weh, doch die Leistung der ersten Halbzeit und die Stabilität über weite Strecken sind Ansätze, auf denen die Flyers aufbauen können. Gerade unter den aktuellen Rahmenbedingungen geht es darum, aus den vorhandenen Möglichkeiten das Maximum herauszuholen, Verantwortung zu übernehmen und als Mannschaft weiter zusammenzuwachsen.

Jetzt gilt es, die nächsten Schritte zu setzen

Das Derby in Gmunden hat gezeigt, dass die Flyers auf dem richtigen Weg sind. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es ist, über 40 Minuten konsequent zu bleiben und auch in schwierigen Schlussphasen als Einheit aufzutreten. Genau dort liegt die nächste Aufgabe für das Trainerteam und die Mannschaft.

Viel Zeit zum Grübeln bleibt nicht. Am Samstag, 24. Oktober, um 17:30 Uhr steht das nächste Heimspiel gegen Graz auf dem Programm. Dann wollen die Flyers die positiven Erkenntnisse aus Gmunden mitnehmen und vor eigenem Publikum den nächsten Schritt machen.

Die Unterstützung der Fans bleibt dabei ein wichtiger Rückhalt. Ob in der Raiffeisen Arena oder auswärts: Die Flyers-Community steht hinter ihrer Mannschaft – gerade dann, wenn es nicht nach Wunsch läuft. Denn Entwicklung bedeutet auch, Rückschläge anzunehmen, daraus zu lernen und gemeinsam weiterzugehen.

Die Leistung in Gmunden macht Mut. Jetzt gilt es, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen und die nächsten 40 Minuten als Team noch konsequenter zu gestalten. Wir sind die Flyers – und unser Weg geht weiter!

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