Hauchdünne Niederlage gegen die Bulls aus Kapfenberg

Vor über 800 begeisterten Zuschauern lieferten sich die Raiffeisen Flyers und die Kapfenberg Bulls am Samstagabend ein packendes Duell, das an Dramatik kaum zu überbieten war. Am Ende mussten sich die Flyers hauchdünn mit 79:81 geschlagen geben – eine Niederlage, die schmerzt, aber zugleich Mut für die kommenden Aufgaben macht.

Schon vor dem Tip-off war klar, dass diese Partie Brisanz in sich trägt. Es war die Neuauflage des Cupfinales, das die Flyers in dieser Saison für sich entscheiden konnten. Entsprechend motiviert präsentierten sich beide Teams. Die Gäste aus Kapfenberg wirkten von Beginn an fokussiert und hatten einen klaren Matchplan: Finals-MVP Marcus Azor sollte möglichst wenig zur Entfaltung kommen. Mit aggressiver Verteidigung, schnellen Doppeln und kluger Help-Defense gelang es den Bulls über weite Strecken, Azor aus dem Rhythmus zu bringen und die Offensivoptionen der Flyers einzuschränken.

Kapfenberg übernahm früh die Kontrolle und lag die meiste Zeit des Spiels in Führung. Immer wieder fanden sie Lösungen gegen die Defense der Hausherren und nutzten ihre Chancen konsequent. Die Flyers hielten zwar dagegen, mussten jedoch hart für jeden Punkt arbeiten. Besonders im zweiten Viertel zeigte sich, wie intensiv dieses Spiel geführt wurde – es war ein Duell auf Augenhöhe, geprägt von taktischen Finessen und hoher körperlicher Präsenz.

Nach der Pause schien das Spiel zunächst zu kippen. Die Bulls erwischten einen starken Start in die zweite Halbzeit und bauten ihre Führung im dritten Viertel zwischenzeitlich auf 13 Punkte aus. In dieser Phase drohte die Partie den Flyers zu entgleiten. Doch wer glaubte, dass sich das Heimteam geschlagen geben würde, sah sich getäuscht.

Angeführt von einem überragenden Jamison kämpften sich die Flyers zurück ins Spiel. Der Forward zeigte eine herausragende Leistung und verbuchte am Ende ein starkes Double-Double mit 22 Punkten und 14 Rebounds. Er war unter den Körben präsent, sicherte wichtige zweite Chancen und setzte offensiv entscheidende Akzente. Mit viel Einsatz und Leidenschaft verkürzten die Flyers den Rückstand Schritt für Schritt.

Die Stimmung in der Halle war dabei fantastisch. Über 800 Zuschauer sorgten für eine mitreißende Atmosphäre und trieben ihr Team lautstark nach vorne. Jeder Ballgewinn wurde gefeiert, jeder erfolgreiche Wurf bejubelt. Es war ein Spiel wie ein Spielfilm mit Überlänge – insgesamt dauerte die Begegnung knapp zwei Stunden und 20 Minuten. Viele Unterbrechungen, intensive Duelle und die Spannung in der Schlussphase ließen die Zeit beinahe stillstehen.

Im letzten Viertel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Flyers kamen bis auf wenige Punkte heran, glichen zwischenzeitlich aus und hatten in den Schlusssekunden sogar die Chance auf den Sieg. Bei noch wenigen Sekunden auf der Uhr bekam Josh Duach den Ball für den letzten Angriff. Die Halle hielt den Atem an, als er zum Wurf ansetzte – doch der Ball fand nicht den Weg durch den Ring. Kapfenberg rettete den knappen Vorsprung über die Zeit und sicherte sich mit 81:79 den Auswärtssieg.

Trotz der bitteren Niederlage zeigten die Flyers eine starke Reaktion auf das letzte Spiel in Graz. Die Mannschaft präsentierte sich kämpferisch, geschlossen und deutlich verbessert. Dass es am Ende nicht zum Sieg reichte, ist ärgerlich, aber kein Beinbruch. Mit dem Cupsieg in dieser Saison und dem Erreichen der Top-6 haben die Flyers die Erwartungen bereits übertroffen.

Zudem befindet sich das Team weiterhin in einem Entwicklungsprozess. Die Integration von Carlos Novas-Mateo und Keven Gomes ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Beide Spieler bringen Qualität mit, benötigen aber noch Zeit, um sich optimal in das bestehende System einzufügen. Gerade in engen Spielen können Abstimmung und Automatismen den entscheidenden Unterschied ausmachen.

Headcoach Sebastian Waser brachte es auf den Punkt: “Die Neuauflage vom Cupfinale hat gebracht was es sollte. Wahrscheinlich mit 2 Stunden und 20 Minuten länger als es für ein Spiel ohne Verlängerung bedarf, aber die Spannung und die Stimmung war großartig. Danke an die vielen Fans die uns den Rücken stärken. Auch immer nach Rückschlägen zurückzukommen macht das aus. Kapfenberg war dennoch etwas kaltschnäuziger und man darf ihnen zum Sieg gratulieren. Die Phase nach dem Cupsieg ist schwierig, hatten wir nun das dritte Jahr in Folge und wir sind positiv gestimmt das bis zu den Playoffs noch weiter zu verfeinern.”

So bleibt unter dem Strich eine knappe Niederlage in einem hochklassigen und emotionalen Spiel. Die Flyers haben Moral bewiesen und bis zur letzten Sekunde alles gegeben. Wenn sie an diese Leistung anknüpfen, werden sie in den kommenden Partien wieder als Sieger vom Parkett gehen.

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