Die Raiffeisen Flyers lieferten bei den Unger Steel Oberwart Gunners trotz extrem schwieriger Personalsituation einen beherzten Kampf, mussten sich am Ende jedoch mit 73:82 geschlagen geben. Das Ergebnis spiegelt nur bedingt wider, wie viel Moral, Einsatz und Teamgeist die dezimierte Mannschaft von Coach Sebastian Waser an diesem Abend aufs Parkett brachte.
Die Vorzeichen standen alles andere als günstig. Kapitän von Fintel musste krank zu Hause bleiben, ebenso Dejan Kovacevic. Duje Radja fehlt weiterhin aufgrund seiner Bänderrisse im Sprunggelenk, und als wäre das nicht genug, klemmte sich CJ Rollins noch am Spieltag einen Nerv im Nacken ein und war kurzfristig ebenfalls nicht einsatzfähig. Somit reisten die Flyers mit lediglich acht spielbereiten Akteuren nach Oberwart – eine enorme Herausforderung, vor allem gegen einen der Titelanwärter der Liga. Coach Sebastian Waser war damit gezwungen, zu improvisieren und seine Rotation auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.
Und dennoch starteten die Flyers mutig in die Partie. Im ersten Viertel zeigte sich die Mannschaft äußerst fokussiert und diszipliniert. Zwar wollten die Distanzwürfe noch nicht fallen – nur 1 von 5 Dreipunktwürfen fand sein Ziel –, doch durch konsequente Defense, gutes Rebounding und kluge Abschlüsse in Korbnähe erspielten sich die Gäste eine 20:17-Führung nach zehn Minuten. Die Flyers agierten als geschlossenes Kollektiv und ließen sich von der hitzigen Atmosphäre in der Oberwarter Halle nicht beeindrucken.
Auch im zweiten Viertel hielten die Flyers das Tempo hoch und kämpften um jeden Ball. Die Kräfteverhältnisse schienen sich trotz der kurzen Bank kaum bemerkbar zu machen. Oberwart kam zwar besser ins Spiel, doch die Waser-Truppe blieb dran, verteidigte intensiv und suchte im Angriff geduldig die besten Optionen. Erst ein Buzzer Beater von Sebastian Käferle kurz vor der Halbzeit sorgte dafür, dass die Flyers nur mit einer knappen 38:37-Führung in die Pause gingen. Für die Flyers bedeutete das: alles offen zur Halbzeit – und das trotz der personellen Sorgen.
Die wohl entscheidende Phase des Spiels folgte im dritten Viertel. Die Flyers fanden offensiv nur schwer ihren Rhythmus, das Wurfglück blieb aus, während Oberwart zunehmend Druck aufbaute. Besonders bitter: Bereits nach fünf Minuten stand die Gäste-Mannschaft bei vier Teamfouls, was die Verteidigung zusätzlich erschwerte und den Gunners viele Freiwürfe ermöglichte. Die Hausherren nutzten diese Phase konsequent, setzten sich erstmals deutlicher ab und gingen mit einem Vorsprung ins Schlussviertel.
Doch Aufgeben kam für die Flyers nicht infrage. Im vierten Viertel zeigte das Team noch einmal ein wahres Aufbäumen. Angeführt von großem Einsatz und unbändigem Willen kämpften sich die Flyers Punkt für Punkt heran. Inoa Gil brachte mit zwei wichtigen Dreipunktwürfen rund sechs Minuten vor dem Ende neue Hoffnung, der Rückstand schrumpfte auf nur noch drei Punkte. Die Halle war elektrisiert, und für einen Moment schien eine Sensation möglich.
Am Ende bewiesen die Oberwart Gunners jedoch ihre Routine. In den entscheidenden Momenten fanden sie stets eine Antwort, trafen wichtige Würfe und behielten an der Freiwurflinie die Nerven. Die Flyers mussten dem hohen Energieaufwand Tribut zollen und konnten den letzten Punch nicht mehr setzen.
Trotz der 82:73-Niederlage dürfen die Raiffeisen Flyers mit erhobenem Haupt aus Oberwart abreisen. Die Leistung, Moral und Geschlossenheit dieses stark dezimierten Teams verdienen höchsten Respekt. Nun heißt es: gesund werden, regenerieren und Kräfte sammeln. Denn bereits am Samstag, 3.1., wartet mit dem Cup-Halbfinale gegen den BC Vienna das nächste große Highlight. Das Ziel ist klar: das dritte Cup-Finale in Folge soll erreicht werden.



















