Die Raiffeisen Flyers mussten sich am vergangenen Spieltag auswärts bei den druck.at Traiskirchen Lions knapp mit 81:86 geschlagen geben. Trotz einer kämpferisch starken Leistung reichte es für die Flyers nicht, um den von Beginn an spielbestimmenden Lions die erste Heimniederlage zuzufügen. Vor allem ein überragender Dreipunktetag der Gastgeber machte letztlich den Unterschied.
Die Lions erwischten einen Traumstart und übernahmen vom Tip-off weg die Kontrolle über das Spiel. Mit hoher Intensität, schnellem Ballmovement und großer Treffsicherheit von jenseits der Dreipunktelinie setzten sie die Flyers früh unter Druck. Insgesamt traf Traiskirchen starke 48 Prozent ihrer Würfe von außen – ein Wert, der es jedem Gegner extrem schwer macht. Besonders Neuzugang Viksne zeigte sich bestens integriert und überzeugte mit wichtigen Treffern in entscheidenden Phasen. Auch Lasenbers stellte seine Klasse unter Beweis und sorgte mit spektakulären, teils beinahe unmöglichen „Fantasyshots“ im Schlussviertel für die Vorentscheidung zugunsten der Lions.
Die Flyers hatten zudem von Beginn an mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen. Mit Radja und Rollins standen zwei angeschlagene Spieler zwar auf dem Parkett, waren jedoch sichtbar nicht bei hundert Prozent. Rollins verletzte sich im Spiel dann zusätzlich, als er gegen die Wand prallte. Die Situation verschärfte sich im Laufe der Partie weiter, als sich Elvir Jakupovic nach einem unnötig harten Foul der Lions verletzte und nicht mehr weiterspielen konnte. Dieser Ausfall traf die Flyers besonders hart und schränkte die ohnehin kurze Rotation weiter ein.
Trotz dieser Rückschläge gaben sich die Flyers zu keinem Zeitpunkt geschlagen. Allen voran Marcus Azor stemmte sich mit einer überragenden Leistung gegen die drohende Niederlage. Mit unglaublichen 40 Punkten hielt er seine Mannschaft nahezu im Alleingang im Spiel und sorgte dafür, dass die Partie bis in die Schlussminuten offen blieb. Immer wieder fand Azor Wege zum Korb oder traf aus der Distanz, doch die mannschaftliche Tiefe der Lions machte am Ende den Unterschied.
Im letzten Viertel kamen die Flyers noch einmal gefährlich nahe heran und hatten tatsächlich die Chance, das Spiel zu drehen. Doch jedes Mal, wenn sich das Momentum zu verschieben drohte, hatten die Lions die passende Antwort parat – meist von jenseits der Dreipunktelinie. So brachten die Gastgeber den knappen Vorsprung über die Zeit und sicherten sich einen 86:81-Erfolg.
Coach Waser zeigte sich nach dem Spiel trotz der Niederlage stolz auf seine Mannschaft: „Dass wir bis zum Ende eine echte Siegchance hatten, macht mich einfach stolz auf die Truppe. Das ist nicht selbstverständlich bei solch widrigen Bedingungen, dass sie sich nie aufgeben.“ Diese Worte spiegeln die Moral und den Charakter wider, den die Flyers an diesem Abend gezeigt haben.
Für die Flyers steht nun ein spielfreies Wochenende an – eine willkommene Gelegenheit zur Regeneration und zur Analyse. Klar ist jedoch auch: Mit der aktuellen Personalsituation ist der Kader zu kurz, um in der entscheidenden Phase der Meisterschaft dauerhaft bestehen zu können. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich daran noch etwas ändern lässt.



















