Alles oder nichts für die Raiffeisen Flyers Wels: Am 30. April um 19 Uhr steht in Graz das vierte Spiel der Serie gegen den UBSC Graz an – und die Ausgangslage ist klar. Mit einem 1:2-Rückstand im Gepäck reisen die Flyers in die Steiermark und müssen gewinnen, um ein entscheidendes Spiel 5 zurück nach Wels zu holen.
Die Aufgabe könnte kaum anspruchsvoller sein. Graz hat sich in dieser Serie bislang als äußerst heimstark präsentiert, während die Flyers zuletzt vor allem mit sich selbst zu kämpfen hatten. Besonders die schwache Reboundleistung im vergangenen Spiel war ein entscheidender Faktor für die Niederlage. Hier braucht es eine klare Steigerung, wenn man auswärts bestehen will. Zweite Chancen für den Gegner dürfen in einem Spiel mit dieser Bedeutung keine Rolle spielen.
Doch nicht nur unter den Körben liegt Verbesserungspotenzial. Auch die Kadertiefe der Flyers muss stärker zum Tragen kommen. Über die gesamte Saison hinweg war es eine der großen Stärken des Teams, dass viele Spieler Verantwortung übernehmen konnten. Gerade in einer intensiven Playoff-Serie kann genau das den Unterschied machen. Frische Kräfte, kluge Rotation und Energie von der Bank sind essenziell, um über 40 Minuten konkurrenzfähig zu bleiben.
Obmann Michael Dittrich fordert Playoff-Modus vom gesamten Team: “In der Serie haben bislang noch nicht alle ihr Maximum abgerufen. Wenn nicht jetzt wann dann ist es ein guter Zeitpunkt dafür. Jeder Einzelne muss an die Grenzen gehen und von Anfang an zeigen das wir die Serie zurück nach Wels holen wollen!”
Trotz der schwierigen Ausgangslage gibt es genügend Gründe für Optimismus. Die Flyers haben in dieser Saison bereits mehrfach bewiesen, dass sie mit Drucksituationen umgehen können. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist der Cup-Titel im Jänner, bei dem das Team ebenfalls Nervenstärke und Zusammenhalt unter Beweis stellte. Genau diese Qualitäten werden nun auch in Graz gefragt sein.
Die Enttäuschung nach der Niederlage in Wels war verständlicherweise groß. 100 Punkte in eigener Halle zu kassieren, entspricht nicht den eigenen Ansprüchen und hat Spuren hinterlassen. Doch bereits beim Training am Montag zeigte sich ein anderes Bild: volle Konzentration, hohe Intensität und spürbare Entschlossenheit. Die Mannschaft hat das Spiel abgehakt und richtet den Blick geschlossen nach vorne.
Kapitän Chris von Fintel bringt die Stimmung im Team auf den Punkt: „Wir müssen Charakter zeigen. 100 Punkte in der eigenen Halle sind natürlich nicht schön und enttäuschend. Aber es ist geschehen. Wir blicken nach vorne und lassen uns nicht so einfach biegen. Wir stehen zusammen und holen die Serie zurück nach Wels!“
Genau dieser Teamgeist könnte zum entscheidenden Faktor werden. In Spielen, in denen es um alles geht, zählen nicht nur Taktik und individuelle Klasse, sondern vor allem Mentalität und Zusammenhalt. Die Flyers wissen, dass sie nur als Einheit bestehen können – jeder Rebound, jeder Sprint, jede defensive Rotation wird entscheidend sein.
Die Ausgangslage ist klar: Verlieren verboten. Doch genau in solchen Momenten haben die Flyers in der Vergangenheit ihre stärksten Leistungen gezeigt. Nun gilt es, diese Qualität erneut auf das Parkett zu bringen und sich die Chance auf ein alles entscheidendes Spiel in Wels zu erarbeiten.



















